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Odenwälder Volkskunstkreis 1951 Beerfelden e.V.: fast 60 Jahre Brauchtumspflege

Bereits seit einem guten halben Jahrhundert steht der Odenwälder Volkskunstkreis für Brauchtumspflege durch vielzählige Aktivitäten in zeitgemäßer Form. Aus kleinen Anfängen heraus präsentiert sich der Verein heute als einer der größten Brauchtumsvereine Südhessens, der Name seiner Heimatstadt Beerfelden wurde bei zahlreichen Auftritten und Aufenthalten im In- und Ausland würdig vertreten.

Im Jahre 1951 fasste man den Entschluss, die Odenwälder Tracht, die seit der Jahrhundertwende nicht mehr getragen wurde, wieder in die Öffentlichkeit zurückzuführen. Dieser Gedanke war die Geburtsstunde der Beerfelder Trachtengruppe. Sehr viel Mühe und Zeit war erforderlich, um eine kleine Gruppe von Trachtenträgern zu gewinnen. Mit drei Trachtenpaaren und einer „Braut“ wurde der Anfang gemacht. Laienspiel und Volkstanz standen im Vordergrund der Vereinsarbeit der Gründerjahre. Trotz der bescheidenen Anfänge wurden die Aktiven nie mutlos. Der entscheidende Schritt nach vorn tat sich im Jahre 1956 mit der Gründung eines gemischten Trachtenchores, der schon nach kurzer Zeit etwa 20 Sängerinnen und Sänger zählte. Rundfunkaufnahmen sowie Schallplatten-Veröffentlichungen gaben Zeugnis vom erfolgreichen Schaffen des Chores im ersten Jahrzehnt seines Bestehens. 1967 gab man sich sodann den heutigen Namen „Odenwälder Volkskunstkreis 1951 Beerfelden“.

Heute zählt der Verein über 90 aktive Mitglieder, die sich in einer Jugend- und Erwachsenentanzgruppe, dem Gemischten Chor, der Musikgruppe und der Theatergruppe wohlfühlen. Der Gemischte Chor hat derzeit etwa 30 Mitglieder. Neben dem Volkslied, hier vor allem dem Odenwälder Dialektlied, zählt auch gehobene Chormusik zum Repertoire des beliebten Chores.

Die Tanzringe stellen eine weitere Säule im Vereinsschaffen dar. Ihr Können stellten sie bei zahlreichen Hessentagen und vielen anderen Gelegenheiten unter Beweis. Auch die Allerkleinsten, die mit ihren 3 Jahren schon das Volkstanzbein schwingen, finden immer wieder begeisterte Zuschauer. Begleitet werden die Tanzkreise von der Musikgruppe, die neben den Volkstänzen auch ein beachtliches eigenes Repertoire von Klassik bis Pop ihr Eigen nennen kann.

Jüngste Abteilung des Vereins ist die Theatergruppe, die in den Anfangsjahren durch Boulevard-Theaterstücke und später durch eigene Stücke im Rahmen der traditionellen Herbstveranstaltung des Volkskunstkreises ein fester Bestandteil des Vereinsschaffens geworden ist.

Gerade die alljährliche Herbstveranstaltung, bei der das Odenwälder Volkslied gleichberechtigt neben Popsongs steht, und traditionelles Bauerntheater zeitgenössische Comedy nicht ausschließt, trägt zum Erscheinungsbild eines modernen Vereines ohne Berührungsängste mit der Neuzeit bei.

Somit ist der Odenwälder Volkskunstkreis 1951 Beerfelden nicht nur ein Brauchtumsverein und Kulturträger des Odenwaldes, sondern mit seinen Aktiven im Alter von 3 bis 85 Jahren auch ein Mittler zwischen den Generationen.


Die Odenwälder Tracht

Die Tracht - also die traditionelle Kleidung der Landbevölkerung im 18. und 19. Jahrhundert - , die sich der Odenwälder Volkskunstkreis zu eigen gemacht hat, ist die Festtagstracht der Oberzent, wie sie um 1850 getragen wurde. Grundlegendes Wesen der Odenwälder Tracht ist ihre Einfachheit: strenge Farben, kaum Zierrat, keine vornehmen Spitzen, wie man es von anderen Regionen kennt. Der Grund ist einfach: Die Menschen waren bettelarm und trugen stolz das am Leib, was sie sich gerade so leisten konnten.

Der bekannte Brauchtums- und Trachtenforscher Hans von der Au, dessen Buch, "Odenwälder Tracht" als Standardwerk der Odenwälder Heimatforschung gilt, zitiert einen gewissen Johann Philipp Jäger zur Beschreibung der damaligen Trachtenteile: ,,Die Nationaltracht des Odenwälders bestand bei den Männer ... in einem aufgeschlagenen dreieckigen Filzhut, grüner Kutte von Beiderwolle, ein Zeug von Leinen, hellblauer Tuchweste, kurzen ledernen Hosen, wollenen Strümpfen mit Kniegurten, Schuhen mit großen Schnallen." Alle Kennzeichen der Männertracht sind in diesem Satz erwähnt. Überraschend ist hierbei die Aufzählung der ,,Krachledernen", die man eher den Bayern zugeschrieben hätte. Ebenso von von der Au aufgeführt sind jedoch auch knielange Hosen in blau, grau oder schwarz, letztere werden von den Herren des Volkskunstkreises getragen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden all diese Varianten durch die Pariser Mode der langen schwarzen Baumwollhose, wie wir sie noch heute kennen, verdrängt.

Die Grundform der Frauentracht, nämlich geteilter Rock und Mieder - ein kurzes, zweiteiliges Leibchen -, sind schon im 16. Jahrhundert nachgewiesen. Kennzeichen der Odenwälder Tracht ist hier besonders der glockenförmige Faltenrock sowie der ,,Mutzen" (Weste aus schwarzem Tuch) und ein schwarzes, mit Perlen besticktes Häubchen, das  oft sogar die dörfliche Herkunft der Trägerin nachwies. Stets dazu gehörten auch Schultertuch und Schürze, die je nach Einkommen der Besitzerin unterschiedlich gearbeitet waren - von Baumwolle über Damast bis zur Seide - und so einen Hinweis auf Stand und "Wichtigkeit" der Trägerin boten. Also hatten bereits unsere Urgroßeltern gewisse Statussymbole, wenn auch nicht auf vier Rädern...


 

Tanzring Erwachsene
   
Tanzring Kinder
   
Musikgruppe
   
Theatergruppe
   
Chor
   
Übungsstunden